GPRS – Was genau ist das?

Die Mobilfunktechnologie GPRS ermöglicht GSM basierten Handys den Zugang zum Internet. GPRS ist ein Datenübertragungsstandard, dieser ermöglicht das Empfangen von MMS oder das Aufrufen von Websites. Dieser funkbasierte Dienst gewährleistet eine schnelle Datenübertragung, die eigentliche Nachricht wird hierbei in kleine Datenpakete gebündelt.

Definition General packet radio service

Die Abkürzung GPRS steht für general packet radio service, diese Technologie ermöglicht die Übertragung von Daten mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von circa 20 Kilobit pro Sekunde. Nach heutigen Maßstäben ist dies nicht viel, war jedoch Anfang der 2000er Jahre von großer Bedeutung, damit gilt GPRS als Vorreiter von LTE und 5G. Somit bildet die GPRS-Technik den Grundstein für die Mobilfunkgeneration und ermöglicht dem Anwender das Senden und Empfangen von SMS und MMS. Auch das Surfen im Internet ist möglich, wenn optimierte Webseiten, sogenannte WAP-Seiten, für mobile Ansicht verfügbar sind.

Datenübertragung mithilfe von Mobilfunktechnik

Der Sender splittet die zu übermittelnden Daten in kleine Datenpakete auf, diese erhalten zusätzliche Informationen vor der Weiterleitung. Diese Zusatzinformationen teilen dem Netzwerk mit, wer der Empfänger dieser Nachricht ist und wie die Pakete zusammengehören. Aufgrund dessen ist auch eine zügige Positionsbestimmung durch GPRS-Verbindungen möglich.

Durch die Aufteilung der Daten wird die komplette Bandbreite des Mobilfunknetzes GSM ausgeschöpft, versendete Daten werden nur bei tatsächlichem Versand belastet, dies ermöglicht eine ständige Verbindung durch die Funktechnik und einen always-on-Betrieb.

Funktionsweise und Unterschied zur Nutzung des GSM-Netzes

Mobilfunktechnologien benötigen alle die gleichen Standards zur Funktion, um mit Handys zu telefonieren werden SIM-Karten benötigt, diese wird in dem Handy eingelegt. Durch die SIM-Karte wird dem Nutzer eine IP-Adresse zugewiesen, dies ermöglicht das Surfen im Internet.

Alle gesendeten Pakete erhalten die gleiche Priorität, im Gegensatz zu GSM, hier wurde im leistungsvermittelten Modus stets eine Leitung für einen bestimmten Anwender geschaltet.

Geschwindigkeiten der GPRS-Technik

Der GPRS-Dienst ist trotz der voranschreitenden Datenverbindungen weiterhin aktiv und gilt als langsamste Variante. Wird für die Datenübertragung ein GPRS-Netz verwendet, so erkennt der Nutzer dies an einem kleinen „G“ auf seinem Bildschirm. Je nach aktueller Auslastung greift der Dienst auf acht Datenkanäle für die Übertragung zurück, diese werden auch Zeitschlitze genannt. Bedingt durch unterschiedliche Codierungen ist eine GPRS-Geschwindigkeit von bis zu 21 Kilobit pro Sekunde möglich. Weiterentwickelte Netze wie 3G,4G oder 5G erreichen zwischen 42 Kilobit oder sogar 10Gbit pro Sekunde. Im Vergleich dazu sind GPRS-Verbindungen also deutlich überholt, jedoch konstant und je nach Datenmenge und Tarif absolut ausreichend. Die GPRS-Technologie wurde oft auch als 2,5G-Netz bezeichnet, die Übertragungsraten schwanken zwischen 56 Kilobit und 171,2 Kilobit pro Sekunde.

GSM-Erweiterung und Edge

Der EDGE-Standard stellt eine Erweiterung von GPRS dar, die Übermittlung der Daten erfolgt ebenfalls in Paketen, jedoch wird ein effizienteres Verfahren genutzt. Dies ermöglicht dem Nutzer im Idealfall eine Geschwindigkeit von circa 220 Kilobit pro Sekunde.

Mobilfunkstandard GPRS und Anwendungen

Trotz deutlich besserer Übertragungsstandards wird GPRS weiterhin verwendet, besonders in ländlichen Regionen ohne nötige Infrastruktur. Geräte, die keine Verbindung zum 4G-Netz aufbauen können, greifen in diesen Fällen auf das GPRS-Netz zurück. Diese Verbindung wird ebenfalls genutzt, wenn vertraglich vereinbartes Datenvolumen für die Internetverbindung aufgebraucht ist, einige Anbieter drosseln die Surfgeschwindigkeit bis zu diesem Mobilfunkstandard.

Leistungsklassen des Mobilfunkstandards GPRS

Im Rahmen der Klassifizierung von GPRS-Mobilfunknetzen werden diese anhand der verfügbaren Zeitschlitze bewertet. Diese Klassen sind wichtig für die Geschwindigkeit der Sprachübertragung und auch der Datenübertragung. Aufgrund der Variation der Leistungsstufen kann die GPRS-Leistungsklasse als Indiz für die Leistung des Gerätes verwendet werden, es wird zwischen drei Leistungsklassen unterschieden:

Klasse A: Handys, die eine Verbindung zu GPRS- und GSM-Diensten gleichzeitig herstellen können.

Klasse B: Telefone, die sich mit beiden Diensten verbinden können, jedoch nicht zur gleichen Zeit.

Klasse C: Ein Mobiltelefon, welches lediglich einen der beiden Dienste nutzen kann, der Anwender muss manuell zwischen beiden Diensten wählen.

Positionsbestimmung mit GPRS -Verbindung

Das GSM-Netz ist flächendeckend vorhanden und bietet gute Verbindung, daher kann GPRS problemlos für die Positionsbestimmung angewendet werden.

Unterschied zwischen GPRS und GPS

Die Abkürzung GPRS steht für general packet radio service, GPS hingegen bedeutet Global positioning service. Mithilfe eines GPS-fähigen Gerätes kann die eigene Position zu jeder Zeit geortet werden.

Verwendung von GPRS zur Ortung

Die Abkürzungen der beiden Begriffe klingen sehr ähnlich, haben jedoch unterschiedliche Bedeutungen. GPRS findet vor allem Anwendung bei Mobilfunkanbietern und machen Daten- sowie Internetdienste für den Verbraucher verfügbar. Das GPS-System arbeitet mit satellitenbasierten Standortdaten. GPRS wurde in vielen Fällen durch die Funktechniken UMTS oder LTE abgelöst, wird aber als Wegbereiter weiterhin verwendet.

GPRS-Technik lässt sich auch zur Ortung von Fahrzeugen oder Objekten verwenden, bei denen GPRS zur Weiterleitung von Telemetrie- oder Positionsdaten genutzt wird. Da dieses Verfahren von besseren Technologien überholt wurde, wird es heute überwiegend in Notsituationen angewendet, wenn kein Internet verfügbar ist. Auch wird es zur Datenkommunikation genutzt, besonders in Gebieten ohne Verbindung zum Internet.

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